Donnerstag, 8. Februar 2018

...en lo bueno y en lo malo...


„In Guten wie in schlechten Zeiten.“ Ein Spruch, den man normalerweise nur bei einer Ehetrauung in der Kirche zu hören bekommt. Jedoch gilt dieses Mantra auch für viele Fussballfans, die Woche für Woche mit ihrem Verein mitfiebern.

Fussball-Legende Eric Cantona formulierte es bereits treffend: „Man kann seine Frau oder Religion wechseln, niemals aber seinen Lieblingsverein.“ In schlechten Zeiten muss man sich als Fan von Real Madrid C.F. vermehrt blöde Sprüche über das sportliche Versagen des Klubs anhören. Besonders die Fans des Erzrivalen Barcelona kommen wieder aus ihren Löchern gekrochen, jetzt da sie nun aufgrund des haushohen Vorsprungs in der Liga wieder Oberwasser kriegen. Der Mensch vergisst schnell, oft zu schnell. Okay, die Saison 1933-34, als der FC Barcelona knapp dem Abstieg davonkam, liegt weit zurück. Aber wie steht es um letzte Saison, als Zizous Mannen noch gefeierte Helden waren? Immerhin gelang es keiner Mannschaft zuvor den Titel in der UEFA Champions League erfolgreich zu verteidigen. Jetzt, wo es gar nicht mehr rund läuft, wird die genau gleiche Mannschaft von den Medien und sogar in manchen Fan-Foren zerfetzt. Rufe nach einer Ablöse von Zidane werden laut, Modric und Co. sollen plötzlich über ihrem Leistungszenit sein und sofort ersetzt werden. Die falsche Transferpolitik sei der Grund, warum man diese Saison nicht in Tritt kommt. Viele wollen in den Transferwahnsinn (à la Paris St. Germain und Co.) einsteigen. Utopische Transferziele werden genannt, manche wollen sogar wie in einer computergestützten Managersimulation den kompletten Kader austauschen.

Aber: Das „komplett Neue“, einen „Neustart“, versprechen jeweils auch populistische Politiker... Ein komplettes Umkrempeln ist immer verlockend. Doch zu viele Male wurde dieser Fehler bei Real Madrid begangen (man erinnere sich an das mindestens einmal jährlich rotierende und äusserst erfolglose Trainerkarussell). Sicherlich ist die aktuelle Ausbeute zu wenig und mancher Punktverlust ist ärgerlich, nach der letzten Saison konnten die Erwartungen und der Druck nicht höher sein. Immerhin konnte man bis auf die Copa jeden Pokal mit nach Hause nehmen. Bei all den Erfolgen darf man allerdings niemals vergessen, woher man kommt. Immerhin verpasste man vor einigen Jahren noch sechs Mal in Folge das Viertelfinale der Champions League, kassierte hohe Niederlagen gegen direkte Rivalen und verpulverte oft sinnlos Geld am Transfermarkt. Nun hat man drei Finalteilnahmen inklusive ebenso vieler Titel in vier Jahren auf der Habenseite.

Natürlich kann man Zidane trotzdem einiges vorwerfen: Passivität, nicht Antasten mehrerer Spieler (z.B. dem schwächelnden und zuletzt trainingsmüden Marcelo...), späte oder schwer nachvollziehbare Wechsel. Aber man muss ihm zu Gute halten, dass die Mannschaft durchaus Chancen kreiert, junge und unerfahrene Spieler zählt und dass gleich mehrere Schlüsselspieler im Formtief sind. Gerade die Defensive stellt sich teilweise schlimmer als eine Schülermannschaft an, so dass stümperhafte Gegentore kassiert werden, die einen verdienten Sieg in eine Niederlage umwandeln. Bei den Schlappen gegen Tottenham im Wembley oder den Katalanen zu Hause war man – anders als es die Ergebnisse vermuten lassen – keinesfalls viel schlechter. In London war man drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen, kassierte dann auf Grund eines Fehlers im Aufbau das 2-0. Und gegen die Katalanen hätte man auf Grund der Chancen in der ersten Halbzeit mit mindestens 2-3 Toren in Vorsprung liegen müssen. So bewahrheitete sich die alte Fussballer-Weisheit „machst du die Chancen vorne nicht, bekommst du sie hinten“.

Zusammengefasst läuft es diese Saison alles andere als rund, der Kampf um die Meisterschaft ist zur Halbzeit schon aussichtlos. In der Copa das peinliche Viertelfinal-AUS gegen Leganés und in der Königsklasse haben wir Paris vor der Brust. Manche prophezeien ein Debakel, man solle besser erst gar nicht antreten und den neureichen Franzosen freiwillig das Feld überlassen. Doch genau diesen Fehler werden Zidanes Mannen nicht machen, mit einer gesunden „Jetzt erst Recht“ Mentalität lässt sich die bis heute verkorkste Saison vielleicht ja noch retten. Die Meisterschaft ist der ehrlichste Titel, da sich in der Regel Los/Spiel/Schiedsrichterglück über 38 Spieltage wieder ausgleichen. In den letzten zehn Jahren (diese Spielzeit eingerechnet) konnte man ganze zwei Meistertitel erringen, während die Katalanen ihren Zähler bald auf unglaubliche sieben schrauben werden. Geht diese Entwicklung so weiter, wird es in naher Zukunft einen neuen Rekordmeister in Spanien geben, genauso wie der aktuelle Punkterückstand der Woche für Woche anwächst... einfach nur beschämend. Die Leistungen in der Champions League übertünchen die oft katastrophale Ausbeute in den nationalen Bewerben (la Liga + Copa).

Madrid bleibt wie so oft die Champions League als letzte rettender Strohhalm an den es sich zu klammern gilt. Mit den Fans im Rücken, müssen die Madrilenen niemanden fürchten und können jeden schlagen. Alleine der verrückte Fanhaufen, welcher den eigenen und gegnerischen Mannschaftsbus auf den Strassen rund ums Bernabéu in Empfang nimmt, kann Berge versetzen. Schade nur, ist ein Teil ebendieser Fans aus dem Stadion verbannt worden, denn nun braucht es jede Kehle, um die Mannschaft daran zu erinnern, dass sie für den besten Verein der Welt spielt und kein Gegner zu gross ist.

Dass die Fans ein Spiel beeinflussen können ist eine Tatsache (auch wenn sie von denen, die eine unternehmensartige Klubführung gutheissen, häufig negiert wird). Die Gegner werden durch die elektrisierende Atmosphäre eingeschüchtert und bringen gleich ein paar Prozent weniger Leistung, wie der Fall von TimoWerner des RB Leipzig in Istanbul zeigte.

Bei Madrid gibt es aber leider unter den 80.000 Zuschauern oft zu viele Eventfans/Touristen, welche mit gezückten Smartphones das Spielgeschehen verfolgen oder irgendetwas in sich hineinstopfen, anstatt die Mannschaft bedingungslos anzufeuern und nach vorne zu peitschen. Und diese Passivität und Wohlfühl-Schema schlägt wohl auch auf einige Spieler über, die zuletzt fast lustlos (z.B. in den Cup-Spielen) dem Ball nachgetrabt sind. Solche Verhaltensweisen, genauso wie solch inakzeptable Aussagen wie die von Marcelo („wir haben unsere Fans zu fest verwöhnt“), sollte diesen Profisportlern von den Fans rasch ausgetrieben werden: Mit einer fordernden, unterstützenden und elektrisierenden Stimmung in jedem Spiel.

Es bleibt nun zu hoffen, dass die Führungsetage trotz der schlechten Ergebnisse kühlen Kopf bewahrt und Zidane in Ruhe weiterarbeiten lässt. Denn abgerechnet wird im Mai/Juni nicht im Februar wer wirklich zum Verein steht beziehungsweise wer nur auf Grund der Erfolge der letzten Jahre plötzlich seine Liebe zu Real Madrid entdeckt hat.

, und selbst wenn diese Saison titellos zu Ende gehen sollte, hat Zidane es verdient, eine weitere Saison am Hebel zu sitzen. Natürlich ist konstruktive Kritik wichtig und ein Bestandteil der Liebe zum Klub. Aber in Zeiten wie diesen sieht man auch,

„Como no te voy a querer…"


Anmerkung: Es handelt sich bei den Artikeln auf diesem Blog um Meinungen. Sie wiederspiegeln nicht die Ansichten von berna madridista oder der Vereinsführung. Der Blog ist lediglich eine Plattform, für diverse Ansichten und Beiträge der Mitglieder. Jedes Mitglied des Fanklubs kann darauf Artikel veröffentlichen, sofern die grundlegenden Regeln des Respekts und der Qualität eingehalten werden.

Montag, 4. Dezember 2017

Es ist nicht einfach, Real Madrid Fan zu sein


Es ist nicht einfach, Real Madrid Fan zu sein. Wie, was, werden sich viele fragen: Ihr seid doch erfolgsverwöhnt! Nun ja, hierzu gibt es wohl wenig einzuwenden. In der Tat sind wir das: Jedes Jahr sind wir Topkandidat auf alle nationalen und internationalen Titel und treten mit einem beneidenswerten Kader an. Und gerade in den letzten Jahren hatte man als madridista sehr viel zu feiern: Zwei Mal die Champions League gewinnen – das hatte noch niemand vor dem König Europas geschafft!

Es ist nicht einfach, Real Madrid Fan zu sein. Ach so, weil so viele euch aus unterschiedlichen Gründen hassen: Neid, wenn es Rivalen sind, moralische Ablehnung (Real Madrid als reicher und kapitalistischer Verein, „ich bin für David, nicht Goliath“), anti-Ronaldo Ressentiments („er ist so viel arroganter als Messi“) oder sogar politische/historische Gründe („Real Madrid war der Klub von Diktator Franco“, was, nebenbei gesagt, schlicht und einfach unwahr ist). Nein, ich beziehe mich auch nicht auf die Ablehnung oder den Hass anderer gegenüber unserem Verein: Denn dieser anti-madridismo macht uns trotzig stolz und schweisst den madridismo auf der ganzen Welt zusammen.

Es ist nicht einfach, Real Madrid Fan zu sein. Sind es dann die Mode-Fans? Auch nicht. Die kommen und gehen, wie in einem Vergnügungspark: Fröhlich strömen sie mit ihrem nagelneuen und bedruckten Trikot in den Park (in diesem Fall der Klub), der sie fröhlich und mit klingenden Kassen empfängt, bis das nächste Gewitter aufzieht und sie sich verziehen, um mit einem anderen Trikot einem anderen Disneyland einen Besuch abzustatten. Das Traurigste bei den Mode-Fans ist dann eigentlich, was sie ihrem Nachwuchs vermitteln. Es überrascht heute gar nicht mehr so, ein Kind mit Real-Hose und Barça-Trikot auf dem Schulplatz anzutreffen. Wie sollen sie in dieser schnelllebigen und materialistischen Welt (und v.a. mit Mode-Fans Eltern) verstehen, dass Treue zu EINEM Klub ihnen so viel mehr Leidenschaft erleben lassen wird, als sich jedes Mal mit einem neuen Trikot, einem Hotdog und einer Cola in der Hand in ein neues von Etihad oder Katar gesponsertes Edelstadion auf den Plastiksitz zu setzen?

Es ist nicht einfach, Real Madrid Fan zu sein. Der Klub sieht dich als Kunde, nicht mehr und nicht weniger. Scheissegal, können viele waschechte madridistas den mittlerweile horrenden Eintrittspreis nicht mehr bezahlen. Kommst Du nicht mehr, kommt ein anderer. Vorzugsweise ein Tourist, der im RM-Shop viel Geld liegen lässt. Stimmungstod? Macht nichts. Besser klingen die Kassen, dann bauen wir ein Luxushotel ins Stadion und kaufen die Besten ein. Wer braucht da noch den "12. Mann"? Und auswärts ist es nicht viel besser: Kommt Real Madrid zu Besuch, meinen alle Klubs, die Fans seien reich wie Florentino Pérez selbst und schrauben den Preis für ihren schlechtesten Sektor – den Auswärtsblock – in den dreistelligen Bereich.

Ist dies nicht die Situation eines jeden Fans im heutigen, modernen Fussball? Da ist was dran. Aber bei Real Madrid fehlt mittlerweile ein Ort für die Fans, die stehend mitfiebern und anfeuern wollen. Die Ultras Sur, die seit 1980 für Stimmung gesorgt hatten, wurden aus dem Stadion verbannt. Ihnen wurde zum Verhängnis, dass sie im ungünstigsten Moment einen internen (und gewalttätigen) Machtkampf austrugen, als eine neue Generation von Ultras ihr Kuchenstück (in jeder Kurve geht es auch um Geld und Macht) einforderte, aber vielleicht auch, dass sie eine recht geschlossene sowie politisch orientierte Gruppe sind, in die nicht jeder reinkommt. Die Konsequenz? Alle raus und ein neues Fanprojekt, „eine Kurve für jeden madridista der anfeuern will“. Doch das Projekt enttäuscht: Mehrere "Capos" von Ultras Sur sind weiterhin in der Kurve. Das Geschäft geht weiter. Die Qualität der Tifos hat nachgelassen: Da die Tifo-Künstler von Ultras Sur ihrer Gruppe treu geblieben sind, gibt es jetzt meist nur von Unternehmen bedruckte riesen-Fahnen, bei denen es an Herzblut und  häufig an Originalität mangelt. Aber noch viel wichtiger: Die neue Kurve (wo jeder übrigens zwingend in Weiss erscheinen muss, dafür aber nur 5 euro Eintritt bezahlt) tanzt nach der Pfeife der Klubführung. Dabei ist die Essenz einer Kurve, dass sie bedingungslos hinter dem Klub, jedoch nicht unbedingt hinter der Klubführung stehen muss. Dass sie, wenn letztere nicht im Interesse des Klubs handelt, Druck auf diese ausüben kann. Und so kann man nicht anders, als dieser neuen Kurve skeptisch zu begegnen. Die fehlende Authentizität kam vor dem Cup-Rückspiel gegen Underdog Fuenlabrada zum Vorschein, als die Weisung von Real Madrid an die Grada Fans publik wurde: „Wer das Cup-Rückspiel verpasst, kommt auch nicht ans Clásico.“ Eine solche Warnung herausgeben zu müssen, um die Kurve füllen zu können, ist wahrlich ein dickes Ei... Eine Kurve ist immer da, wer auch immer der Gegner ist! 

Und welche Wahl bleibt somit einem Real-Fan, der weder zu den verbannten und nur sporadisch in bedrohlichem Schwarz erscheinenden US, noch zu dieser „new madridismo“-Kurve gehören will/kann? Das Spiel halt sitzend von einem anderen Sektor aus mitverfolgen? Nicht mehr ins Bernabéu gehen? Nur noch an Auswärtsspiele reisen, wo die Mannschaft den Auswärtsblock – einem Flickenteppich aus Touristen mit überteuerten viagogo-Tickets, spanischen Erasmus-Studenten und Real-Fans mit sieben Fahnen um die Hüfte aber kaum einem RM-Gesang im Gedächtnis – nicht einmal grüsst?

Und doch... Auch wenn der Neid auf andere Klubs, mit tollen und geeinten Fankurven, einer richtigen Fan-Mentalität und einer engen Bande zwischen Anhang, Klubführung und Mannschaft, zuweilen gross ist: Welcher madridista würde schon Klub tauschen wollen?

Es ist nicht einfach, Real Madrid Fan zu sein. Aber es ist es das Beste auf der ganzen Welt.



Anmerkung: Es handelt sich bei den Artikeln auf diesem Blog um Meinungen. Sie wiederspiegeln nicht die Ansichten von berna madridista oder der Vereinsführung. Der Blog ist lediglich eine Plattform, für diverse Ansichten und Beiträge der Mitglieder. Jedes Mitglied des Fanklubs kann darauf Artikel veröffentlichen, sofern die grundlegenden Regeln des Respekts und der Qualität eingehalten werden.


Freitag, 6. Oktober 2017

Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt


Nach einer eher mässigen Vorbereitung in der kein Testspiel-Sieg gelang, konnte RMCF Manchester United im UEFA Super Cup Finale die Grenzen aufzeigen und führte die Truppe rund um unseren Ex-Trainer Jose Mourinho teilweise vor. Im spanischen Supercup ging die Gala weiter. Zuerst wurde der katalanische Erzrivale im Camp Nou mit 3-1 geschlagen, um dann mit einem 2-0 im heimischen Bernabeu den Deckel drauf zu machen.
Zizous Mannen in atemberaubender Frühform: Trotz der erfolgsverwöhnten letzten Saison lechzt man weiterhin nach Titeln in Madrid. Den la Liga Auftakt konnte man im Hexenkessel Riazor mit 0-3 ebenfalls erfolgreich gestalten. In der darauffolgenden Runde der erste Dämpfer: Nach grossem Kampf konnte man zu Hause gegen Valencia noch zum 2-2 ausgleichen. Dritte Runde selbes Bild, Madrid rennt an bekommt den Ball aber nicht oft genug ins Tor – folglich eine erneute Punkteteilung 1-1 gegen Levante. Erste kritische Stimmen werden laut, hat man doch schon vier sicher eingeplante Punkte liegen gelassen und rennt dem makellosen FC Barcelona hinterher. Besonders sauer stossen die Pfiffe gegen einzelne Spieler auf, merkt man doch das die Mannschaft Alles gibt und nur das nötige Quäntchen Glück fehlt. Das Problem ist bekannt: Das Stadion ist grösstenteils gefüllt mit Eventfans, die ein Spektakel sehen wollen und diese pfeifen sofort, wenn es nicht nach Wunsch läuft, anstatt die Spieler anzufeuern, den Gegner durch eine gute Atmosphäre einzuschüchtern und so vielleicht einen grossen Teil zum Sieg beizutragen. Mit diesem Problem steht Madrid aber in der Riege der Top Klubs nicht alleine da, durch die Bank haben sie alle damit zu kämpfen.
Den Auftakt in die Champions League Gruppenphase konnte man unter der Kategorie Arbeitssieg verbuchen, der zypriotische Vertreter aus Nikosia wurde standesgemäss mit 3-0 nach Hause geschickt. Folglich fand man auch in der Liga zurück in die Erfolgsspur und konnte im Anoeta mit 3-1 als Sieger vom Platz gehen. Im nächsten Heimspiel gegen Betis Sevilla folgte aber erneut ein schwerer Rückschlag, ein überragender Ex-Tormann Antonio Adán und das eigene Unvermögen verhinderten trotz haushoher Überlegenheit einen Torerfolg. Und so kam es, wie es kommen musste: Ein Konter in der Nachspielzeit und 0-1 Niederlage. Sieben Punkte Rückstand auf die Spitze, ein Chancenverwertungsproblem und einige Verletzte: Nach dem verheissungsvollen Saisonstart sind die erfolgsverwöhnten Madrilenen am Boden der Tatsachen angekommen. Mit dieser zu NULL Heimniederlage endete auch die Serie von 73 Spielen in Folge in denen man mindestens einen Treffer erzielten konnte.
In der Champions League hingegen läuft es weiterhin wie geschmiert. Gegen den Dauerrivalen BVB Dortmund konnte man auswärts mit 3-1 gewinnen und damit nicht nur für etwas Ruhe im Umfeld des Vereins und den ersten Sieg im Hexenkessel Westfalenstadion sorgen, sondern auch für einen perfekten Start in „Operation Europapokaltitel Nummer 13“.
Wie der Spruch „es ist nicht alles Gold was glänzt“ seine Richtigkeit hat, so gilt es auch in Zeiten, wo es nicht so läuft, nicht schwarz zu malen. Denn die Mannschaft erarbeitet sich ja Chancen und – noch wichtiger – hält zusammen. Früher wäre Pérez in solch einer Lage in Panik verfallen und aus dem grossen Rauschen durch den Madrider Blätterwald wäre bereits der Ruf nach rollenden Köpfen (ja, in anderen Zeiten bestimmt der des Trainers) erhallt. Jetzt schreiben die Haus- und Hofzeitungen, stets bedacht auf die Verkaufszahlen, zwar bereits eine kleine Krise herbei. Dies sind jedoch die einzigen Störfeuer, die zu vernehmen sind. Viel eher nimmt man mit Wohlwollen wahr, dass zahlreiche Leistungsträger ihre Verträge verlängert haben und der Verein so solide wie schon lange nicht mehr dasteht. Selbst Uli Hoeness (nicht dass wir viel Wert auf seine Meinung legen), einst ärgster Kritiker Madrids, sieht die Königlichen nun als Vorbild in Sachen Vereinsführung. Jetzt auf Grund von drei Punktverlusten und einem frühen Rückstand in Panik zu verfallen wäre komplett falsch: Die Trauben des Erfolgs werden im Mai geerntet und bis dahin bleibt noch genug Zeit, um an der ein oder anderen Stellschraube zu drehen.
In diesem Sinne, wie immer, HASTA EL FINAL, VAMOS REAL!

(Artikel von unserem Mitglied Lacki verfasst)

Donnerstag, 28. September 2017

Dortmund 26.9.2017: 44. Reise von berna madridista!




Die ersten Sonnenstrahlen durchbrachen den morgendlichen Nebel und tauchten den menschenleeren Parkplatz in ein goldenes Licht, während 30 madridistas in Bern bereitstanden um die 44. Auswärtsfahrt des Fanklubs anzutreten. Ziel: Dortmund! Die in Nordrhein-Westfalen gelegene Stadt wurde an diesem Tag zum bereits fünften Mal angepeilt – es ist somit die von uns am häufigsten besuchte Destination! Wer meint, dass ebendiese an Reiz verloren hat, täuscht sich: Kein Sieg konnte Real im Signal Iduna Park erringen, seit wir in der Saison 12/13 erstmals dort auf den Rängen standen. Mulmig konnte es einem werden, wenn man an die Ergebnisse des vorherigen Wochenendes dachte: Während der BVB souverän mit 6:1 gewonnen hatte, kam Real auswärts nach einer durchzogenen Leistung nicht über ein 1:2 gegen Alavés hinaus. Mit anderen Worten, Euphorie war nicht angebracht.
Die Reise an sich verlief reibungslos, die Stimmung war ausgelassen und entspannt, was vielleicht unter Anderem daran lag, dass das erste Bier um 07:02 Uhr geöffnet wurde. Im Laufe der Fahrt, als sich alle, die noch müde waren, ausgeschlafen hatten, wurde wie gewohnt eine Auslosung durchgeführt, welche es in sich hatte: Als Hauptgewinn winkte ein von Lucas Vázquez unterschriebenes Trikot! Als weitere Preise wurden von berna madridista entworfene Fanartikel verlost... Trostpreise? Bier und noch mehr Bier! 
Einmal angekommen steuerten wir direkt das in stadionnähe gelegene Hotel, in welchem die personalisierten Tickets verteilt wurden. Durch die leicht privilegierte Stellung als offizielle Peña, ersparten wir uns die lange Warteschlange und konnten dies relativ rasch hinter uns bringen, so dass noch genügend Zeit für Bier und Wurst übrigblieb.
Das Stadion erreichten wir lautstark und zu fuss. Hell erleuchtet lag vor uns das beeindruckende „Signal Iduna“, und die gelbe Wand war wie immer beeindruckend. Doch die elektrisierende Stimmung herrschte auch in unserem Block, dem Auswärtssektor. Schlechte Resultate in der Liga hin oder her: Die Königsklasse ist unser Revier! Wir hängten das berna madridista Banner hin, unsere Fahnen erhoben sich in die Luft und wir begannen damit, die Mannschaft zu unterstützen. Nach 90 spannenden Minuten und bestem Fussball beider Seiten kam der Schlusspfiff und mit ihm die Erlösung: Verdienter 1:3 Sieg! 

Mit den drei Punkten im Gepäck und, vielleicht noch wichtiger, dem zurückgekehrten Selbstvertrauen, traten die 30 glücklichen Teilnehmer der Auswärtsfahrt die 7-stündige Fahrt zurück nach Bern an... Am nächsten Morgen würden sie alle müde bei der Arbeit sein, aber zumindest würden keine hämischen Kommentare der typischen Fussball-Klugscheisser kommen. Denn dieses Mal hatte RMCF den BVB gegen die Wand gespielt!

Ein Wermutstropfen blieb uns jedoch nicht erspart: Für dieses Gruppenspiel war eine Choreografie zu Ehren des legendären Francisco Gento (jetziger Ehrenpräsident Real Madrids) geplant gewesen, in welche nicht nur ein finanzieller und zeitlicher Aufwand, sondern auch viel Herzblut steckte. Jenem Herzblut, welches den aktiven madridismo ausmacht: Bereit sein, mehr als den Durchschnittsfan zu leisten. Der Choreo wurde aber der Eintritt schlussendlich verwehrt – trotz anfänglichem OK der Klubs und Brandschutzzertifikaten. Das Problem lag dieses Mal bei der UEFA: Uns wurde lapidar mitgeteilt, dass die UEFA die Abbildung von offiziellen Trophäen verbietet. Und unsere Choreo hatte sechs Europapokale (die von Gento gewonnenen) beinhaltet... Es ist uns ein Rätsel, was das Problem dabei ist. Was uns hingegen glasklar ist, ist dass die UEFA schon lange der Essenz des Fussballs den Rücken gekehrt hat, und heutzutage lieber zahlungsstarke Kunden statt Fans wünscht.
Keine Sorge, wir werden wieder kommen. Berna presente, Hala Madrid!

Samstag, 12. August 2017

Saison 2016-2017: Rückblick




Was war das wieder für eine Saison! Sportlich ist es für unser Real Madrid mehr als rund gelaufen: Mit Zidane als Trainer haben wir die langersehnte Stabilität erreicht und sitzen endgültig wieder auf dem Thron des europäischen Klubfussballs. Der Gewinn der 12. Champions League ist historisch – nicht nur weil kein Klub der Welt so viele Europa-Pokale besitzt, sondern auch, weil RMCF der erste Klub ist, der zwei Mal nacheinander triumphiert! Wir machen es wieder einmal allen vor, Madrid stellt alles in den Schatten!

Der Erfolg Reals in der Königsklasse wirkt sich natürlich immer auch auf die Reisefreudigkeit der berna madridista Mitglieder aus. Dies war auch diese Saison nicht anders: Zwei wollten es bereits beim UEFA-Supercup wissen und reisten bis nach Trondheim ans Spiel gegen Sevilla. In der Gruppenphase dann, verschlug es 20 nach Dortmund und 18 ans Spiel gegen Sporting in Lissabon – eine Stadt, die schöne Erinnerungen wach werden lässt. Beim Achtelfinale gegen Napoli wagten sich 9 Mitglieder nach Italien und ganze 60 genossen die (feucht-) fröhliche berna madridista Car-Fahrt nach München! Im Halbfinale dann, beschimpften vier Mitglieder ein letztes Mal im Stadion Calderón (unser Nachbar wechselt Stadion) Atlético, unser Lieblingsopfer. Und schliesslich konnten vier glückliche und äusserst treue Mitglieder in Cardiff das Höchste aller Gefühle erleben: Den Champions-League Titel Nummer 12!

Insgesamt 117 Mitglieder bezogen vom Fanklub Tickets für europäische Auswärtsspiele und legten eine Distanz von 15'460 km zurück. 11 weitere gingen ins Bernabéu für die Live-Übertragung des Finalspiels in Cardiff. Unser Statistikamt meldet auch, dass insgesamt 80 madridistas Tickets für Heimspiele bezogen, und mehrere (27) auch das Kribbeln von Liga-Auswärtsspielen erlebten. Hier noch nicht mitgezählt haben wir den spanischen Supercup, wo sechs Mitglieder RMCF anfeuern werden. Insgesamt also über 230 Tickets!

Das Peña-Büro von Real Madrid weiss, dass wir der aktivste Fanklub ausserhalb Spaniens sind und dies gibt uns bei der Ticketbeschaffung gegenüber anderen Fanklubs wohl einen kleinen Vorteil. Leider ist das nicht immer genug: Es ist für uns jedes Mal sehr bitter, wenn Mitglieder sich auf ein Spiel freuen und schliesslich kein Ticket erhalten. Dass wir zu wenige Tickets erhalten haben, war der Fall beim Clásico, beim Stadtderby und beim CL-Finale. Für uns ist es von höchster Priorität, dass keine Mitglieder ohne Tickets bleiben, aber leider ist es bei Topspielen nicht immer vermeidbar.

Erfreulicher ist, dass die Anzahl Mitglieder wieder leicht angestiegen ist! Etwas über 230 madridistas teilen die gleiche Leidenschaft. Das wahrscheinlich beste an einem solchen Fanklub sind die neuen Freundschaften, die durch die gemeinsamen Reisen oder Stunden vor dem TV entstehen.

Dieser Fanklub gehört uns allen. Deshalb war es für uns von grossem Nutzen, dass viele Mitglieder den Fragebogen ausgefüllt haben, den wir versendet haben. Wir hoffen, durch die Erkenntnisse unser Angebot an die Bedürfnisse der Mitglieder anpassen zu können und auch wieder mehr Mitglieder an gemeinsamen Anlässen in Bern begrüssen zu dürfen!

Liebe madridistas: Über 230 Mitglieder ist eine stolze Zahl. Wichtiger als die Anzahl ist jedoch der Umstand, dass viele davon schon mehrere Saisons bei berna madridista dabei sind und die meisten langjährige Real-Fans sind. Dass wir in einem Fanklub organisiert sind, unterscheidet uns alle nämlich von den Mode-Fans, die erst jetzt plötzlich auf Weiss setzen. Von denen gibt es genug, und wir brauchen sie nicht, denn sie werden nicht da sein, wenn es bei RMCF mal weniger rund läuft...

In diesem Sinne möchten wir allen Mitgliedern – egal wie aktiv in dieser Saison – herzlich für das Vertrauen, die Treue und das Engagement danken. Und eins sei vorausgeschickt: Die Saison 2017-2018 wird speziell – bald folgen mehr Infos dazu!

¡HALA MADRID!
BERNA MADRIDISTA – MADRIDISMO ÁCTIVO

Samstag, 29. April 2017

Wenn berna madridista nach München fährt


Die Kassiererin staunte nicht schlecht, als wir die 4 Einkaufswagen zur Kasse brachten und anfingen die Dinge auf das Fliessband zu legen. 48 Baguettes, mehrere Salatköpfe, Kiloweise Tomaten, Käse, Schinken, … und dann kamen noch die andere zwei vollen Einkaufswagen: Die Flaschen mit Wasser, Cola und Ice Tea gingen in den Unmengen Bierdosen und -flaschen fast unter, welche ein paar Minuten später klappernd und klirrend im Kofferraum und auf den Rücksitzen des Autos lagerten.

Der Massen-Einkauf, das weiss man mittlerweile bei Coop und Denner,  kann nur eins bedeuten: Eine weitere Reise von berna madridista steht an... und zwar die 40. (!) offizielle Reise nach München am 12.04.2017! 


Kurz nach acht fuhr der Car mit 38 madridistas, reichlich Proviant (über 100 Liter Bier und selbstgemachten Sandwiches) und einem gemeinsamen Ziel in Bern los: München! Schon nach kurzer Zeit herrschte eine ausgelassene Stimmung und die ersten Bierdosen wurden geöffnet, während ganz hinten Whiskey herumgereicht und in den Plastikbechern der Kaffeemaschinen ausgeschenkt wurde. Auf dem Weg gabelten wir weitere 10 Teilnehmer auf und bei prächtigem Wetter näherten wir uns schnell der Grenze.

Kaum waren wir vollzählig, wurde eine Tombola durchgeführt, bei dem reichlich Preise verlost wurden: Mehrere TShirts, Pullover, Schals und zwei Bierhumpen, von einem wurde sofort Gebrauch gemacht, wechselten den Besitzer. Während dieser Aktion wurden wir auf der Autobahn von der Polizei angehalten, welche nach wenigen Worten mit dem Carchauffeur und einem misstrauischen Blick zu uns, sich dafür entschied uns einer Kontrolle zu unterziehen. Das Angebot doch auch an der Tombola mitzumachen oder einen mitzutrinken wurde dankend abgelehnt.

Nach diesem kurzen unfreiwilligen Halt ging es weiter und mit jedem zurückgelegten Kilometer wurde es lauter und ausgelassener im Car: Erste Lieder wurden gesungen und bei einer Raucherpause mussten die zwei Kühlschränke wieder aufgefüllt werden. Am Ziel angekommen hielten wir direkt vor dem Hotel, in dem die Verantwortlichen von Real Madrid den Fans ihre personalisierten Tickets verteilen. Als der Zuständige zu uns in den Car stieg, wurde er mit lautem Gesang begrüsst. Dabei weiss der Klub längst, dass BM zu den lautstarken Support-Gruppen gehört!

Kaum hatte jeder sein Ticket, verliessen alle das Gefährt und wir machten uns gemeinsam singend – schliesslich sollen die Münchner wissen, dass wir es uns in ihrer Stadt bequem machen – auf den Weg ins Zentrum. Die wenigen Stunden, die bis zum Match blieben wurden verschieden genutzt: Neue Bekanntschaften mit anderen Real-Fans, Schnitzel essen, mehr Bier und Wiedersehen mit alten Freunden aus Madrid. 

Am frühen Abend ging es los in Richtung Allianz Arena, wo uns ihre in Rot erleuchteten Fassaden erwarteten. Im Auswärtssektor wurde das Banner von Bern aufgehängt und die nächsten 90’ herrschte eine so gute Stimmung im Sektor, wie schon lange nicht mehr: Die Mannschaft konnte sich über fehlenden Support nicht beklagen! Die Emotionen wurden leider wieder einmal durch die getrübt, die sich in einem Auswärtssektor (!!!) allen Ernstes darüber beschweren, dass wir das Spiel stehend und singend anschauen. Wir empfehlen ihnen für das nächste Mal wärmstens die Oper. Andere wiederum hätten sogar japanische Touristen sprachlos gemacht: Tatsächlich übertrugen einige Clowns den Match live auf Facebook. Ist das wirklich euer ernst? Spart euch doch das Geld und schaut das Spiel zuhause! Ihr schadet dem Fussball! Ihr nehmt anderen RMCF-Fans den Platz weg!!


Nach dem tollen Triumph und spannenden Match gab es noch ein siegestrunkenes Gruppenfoto, bevor es zufrieden zum Car zurückging, um bei einem Schlummer-Bier die Rückreise anzutreten. Wir bedanken uns bei allen mitgereisten Fans, wünschen unserem treuen Mitglied das wegen einer Nierenbeckenentzündung nicht kommen konnte eine gute Besserung und freuen uns auf die nächste Reise!

 
Berna presente! München ist unser! Hala Madrid!

Montag, 28. November 2016

Quo vadis Cristiano?


Im Sommer 2009 für die damalige Rekordsumme von 94 Mio. Euro von Manchester United zu Real Madrid gewechselt, verlängerte der Portugiese seinen Vertrag unlängst um weitere fünf Jahre.  80.000 bejubelten ihn damals bei seiner Vorstellung im Estadio Santiago Bernabéu, auch dieses Mal waren die Lobhudeleien riesig und die Medien überschlugen sich mit Lobpreisungen über den mittlerweile 31-Jährigen.
Angesichts seiner Statistiken und Erfolge kein Wunder, gab es in der Geschichte Madrids nie einen Spieler der solch eine Torquote aufweisen konnte, selbst Barcas kleiner Argentinier benötigte deutlich mehr Spiele um die 250 Tore Marke in La Liga zu knacken.                    
Aber auch hier gilt es ist nicht alles Gold was glänzt, bisher hatte noch jeder Trainer damit zu kämpfen Cristiano in ein funktionierendes Spielsystem zu implementieren, ist es doch kein Geheimnis, dass das Spiel von Real Madrid extrem auf den Abschlussstarken Flügelsspieler zugeschnitten ist. Einzig Carlo Ancelotti schaffte es in der Saison 2013/14 ein gut funktionierendes 4-3-3 System aufzuziehen in dem Cristianos Schwächen bzw. Unwille in Sachen Defensivarbeit von einem damals in Überform agierenden Angel di Maria grandios kaschiert wurden. Auch der Portugiese selbst zeigte sich in dieser Spielzeit von seiner besten Seite und es schien als ob er endlich mannschaftsdienlicher denken würde. War es doch oft so, dass er auf dem Spielfeld fuchsteufelswild wie von der Tarantel gestochen auf und ab hüpfte, wenn ihn ein Mitspieler nicht entsprechend in Szene setzte oder die Frechheit besass selbst abzuschließen anstatt ihn anzuspielen. Nicht so in dieser Saison, bei vielen die ihm dieses Verhalten anlasten bzw. es schade finden, dass er nicht dauerhaft so beispielhaft im Sinne der Mannschaft agiert war grosse Erleichterung spürbar, endlich haben wir 11 Mann auf dem Feld, die wie ein verschworener Haufen agieren und nicht 10 die für einen die Drecksarbeit verrichten müssen.  Prompt gipfelte die Saison im Gewinn von La Décima gegen den Stadtrivalen und Cristianos Torquote war immer noch überragend, so kam es das mit grossem Optimismus auf die folgende Saison geblickt wurde.  „Er habe dazugelernt!“ so der Tenor vieler Fans.
Es kam aber alles anders, er fiel wieder in alte Muster zurück und es kam wieder der „alte“ Cristiano zum Vorschein, nicht der für die Mannschaft kämpfende, sondern der reine Abschlussspieler. Er lebt einfach von seiner unglaublichen Physis, aber auch er wird mit zunehmendem Alter nicht mehr alle Spiele bestreiten können und Pausen brauchen, einen kleinen Vorgeschmack wie er auf solche verordneten Pausen reagieren wird war bei seiner Auswechslung im Ligaspiel gegen Las Palmas zu erkennen, er stampfte vom Feld wie ein beleidigtes Kleinkind und würdigte Zidane keines Blickes, Ehrgeiz schön und gut. Jeder der selbst mal Fußball gespielt hat, weiss, dass man nicht gerne ausgewechselt wird, jedoch kann man von einem Spieler seiner Güteklasse erwarten, dass er sich trotzdem zu benehmen weiss.
Blickt man auf seinen Vorgänger zurück so kommen einem beinahe die Tränen, „el Siete“ setzte sich anstandslos ohne groß Wirbel zu machen auf die Bank und fungierte als unverzichtbarer Edeljoker, des Weiteren half er Neuzugängen und jungen Spielern bei der Eingewöhnung.
Ob man solch ein Verhalten von Cristiano erwarten kann?
Ich befürchte nein, eher wird er Stunk machen, wenn er in naher Zukunft auf die Bank gesetzt oder des Öfteren ausgewechselt wird. Solch ein Verhalten wirkt sich negativ auf das Klima in der Mannschaft und den gesamten Verein aus. Aller Verdienste zum Trotz, die Vertragsverlängerung war ein grosser Fehler, noch dazu zu den angeblich verbesserten Bezügen, man hätte sich in zwei Jahren bei Vertragsende in aller Freundschaft und Wertschätzung ohne großen Wirbel trennen können, so wird es ungleich schwieriger.
Das Andenken an ihn wird Schaden nehmen, aber wer Pérez kennt weiß, dieser denkt nur an die Marketingmaschinerie und dort ist CR immer noch eine Weltmarke. Es gilt ein alter Spruch „kein Spieler/Funktionär ist größer als der Verein“ hoffentlich besinnen sich die führenden Köpfe auf diese Denkweise.
In diesem Sinne Hala Madrid y nada más!

Lacki